Das erste Sonnenlicht legt sich flach über Schnee und Fels, hebt Rippen, Windgangeln und Eiskrusten wie mit einer feinen Bürste hervor. Positioniere dich leicht versetzt zur Sonne, um Reliefkanten zu betonen und Überstrahlung zu vermeiden. Messe auf mittlere Töne am Felsrand und halte Highlights im Negativ knapp, beim Dia behutsam. Ein Stativ mit Spikes hilft bei langen Zeiten, wenn du auf ISO 50 setzt. Bracketing in Drittelstufen gibt Sicherheit, ohne den Rhythmus des Moments zu stören.
Ziehende Wolken und dünner Nebel sind natürliche Softboxen, die harte Kontraste mildern und feinste Schneestrukturen sichtbar machen. Nutze diese Phasen, um Details in Wächten, Spuren und Firnfeldern herauszuarbeiten, die sonst im Schatten versinken. Gegenlicht durch Nebel erzeugt sanfte Halos, verlangt aber Streulichtkontrolle durch Gegenlichtblenden und saubere Frontlinsen. Belichte leicht nach rechts beim Negativ, um Textur im Weiß zu sichern. Eine Szene am Jochpass gewann dadurch poetische Ruhe, ohne an Prägnanz zu verlieren.
Zur Mittagszeit werden Formen grafisch, aber das Licht gnadenlos. Suche klare Kanten, rhythmische Schattenwürfe von Graten, Stangen oder Seilen und komponiere mit Negativraum im Schnee. Verwende niedriges ISO und kleine Blenden, um Schärfe und Struktur zu stützen. Ein leichter Gelbfilter in Schwarzweiß trennt Wolken vom Himmel, ohne zu beißen. Messe auf die hellsten strukturierten Stellen und ziehe eine halbe bis ganze Blende ab beim Dia. Wenn du selbst vergrößerst, plane gegebenenfalls ein N−1 in der Entwicklung ein.






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